Das Januswort „aufheben“ handelt von Verlust oder Erhalt, steht einmal für „bergen“ und ein anderes Mal für „verwerfen“, kann „hochschätzen“ oder „entwerten“, „festhalten“ oder „loslassen“ bedeuten. Das klärt der Kontext.
Julia Ziegler zeigt in der gleichnamigen Ausstellung in der Galerie oqbo Installation und Cyanotypien und umkreist dabei dieses Thema.
Betritt man die Galerie, steht man einem Wandbild gegenüber, das durch einer Anordnung farbiger Rechtecke ein durchlässiges Objekt suggeriert und einen Raum dahinter - die Wand ist optisch aufgehoben.
Abgebildet, in Anlehnung an eine Fotografie, ist ein Raumteiler von Charlotte Perriand*. Die Architektin und Designerin schuf mit ihrer „Nuages“ (Wolken) genannten Serie von Regalen quasi schwebende Verhältnisse von Körper und Raum, sie stellte Präsenz und Auflösung zugleich her. Das Wandbild entpuppt sich beim Näherkommen als Collage aus farbigen Papieren, die Materialwahrnehmung kehrt sich um, die Wand kehrt zurück. In einem Regal kann man Dinge aufheben.